© Madeleine Spendier

Der Runde Tisch informierte sich auf seiner letzten Sitzung über das zukünftige Verfahren bei Familienzusammenführungen. Außerdem wurde der Unterbringungsbericht des Sozialamtes diskutiert.

Auf seiner letzten Sitzung hat der Runde Tisch sich von Leiter des Ausländeramtes, Michael Wald, über die neuen Regelungen beim Familiennachzug informieren lassen, sowie über die zu erwartenden Zahlen für Bonn.

„Wir haben zwei entlastende Nachrichten erhalten“, fasst Pfarrer Dr. Wolfgang, Gründer und Moderator des Runden Tisches, zusammen. „Zum einen wird Bonn weiterhin keine Neuzuweisungen erhalten. Und zum anderen dürfte die Zahl von Familiennachzügen sehr viel geringer ausfallen, als viele gewarnt hatten. Wir sind Herrn Wald sehr dankbar für seine sachliche Einschätzung.“
Wald hatte gegenüber den Akteuren des Runden Tisches dargelegt, dass bis Ende Februar von ca. 4100 Geflüchteten, die bereits jetzt schon die Berechtigung für einen Familiennachzug hätten, nur 359 Personen per Familiennachzug nachgeholt wurden. Subsidiären Schutz genießen in Bonn zur Zeit nur ca. 1200 Geflüchtete. Wenn diesen ab 31.7., wie im Koalitionsvertrag vereinbart, der Familiennachzug wieder erlaubt wird, rechnet das Ausländeramt zwar mit zahlreichen Anträgen. Jedoch: „Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Familiennachzug in großem Maßstab erfolgen wird, eher gering“, resümierte Wald.

Daneben stellte Nils Reinartz vom Sozialamt Bonn den Unterbringungsbericht 2017 vor. Dort hat sich die Lage weiter entspannt, die Zahl der Geflüchteten in kommunaler Unterbringung ist erstmals seit 2015 unter 2000 gesunken. Im vergangenen Jahr haben mehr als 1000 Geflüchtete eine Wohnung in Bonn gefunden. „Das ist eine beeindruckende Zahl“, freut sich Reinartz. „Wir nehmen aber auch wahr, dass der Wohnungsmarkt damit an seine Grenzen gestoßen ist. Jeden Monat ziehen weniger Geflüchtete aus.“ Dementsprechend deutlich forderten die Akteure von den Vertretern der Stadt mehr Anstrengungen für sozialen Wohnungsbau. Dort sei auch einiges in Bewegung, berichtete Reinartz, „es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis hier merklich Entspannung eintritt.“

Einig waren sich die Akteure, trotz der guten Nachrichten bezüglich Familiennachzug und Belegungssituation, dass es keineswegs weniger zu tun gibt. „Im Gegenteil“, erklärt Benjamin Kalkum, der den Runden Tisch koordiniert. Gerade jetzt sei ehrenamtliches Engagement besonders wichtig. „Viele Geflüchtete haben sich endlich auf ein solides Niveau der deutschen Sprache gekämpft, doch sie stoßen jetzt auf neue Hindernisse. Der eine benötigt Hilfe beim Verfassen von Bewerbungen, weil er zwar sprechen, aber kaum schreiben gelernt hat. Der andere hat zwar einen Ausbildungsplatz erhalten, steht aber in der Berufsschule vor der 6 in Mathe.“ Kalkum glaubt, dass jetzt ein sehr guter Zeitpunkt sei, um neu in die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe einzusteigen. „Anders als am Anfang kann man sich mit den meisten Geflüchteten schon gut verständigen. Und die Probleme, die es gibt, sind nicht mehr so drängend, so dass man recht entspannt, aber dafür kontinuierlich, daran arbeiten kann.“

Kontakt

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Benjamin Kalkum
Koordinator des Runden Tisches
Tel.: 0228-53881320
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